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- Hochmoor
- Niedermoore
Moortypen
Ein eher trockenes aber wichtiges Thema, um Moorpflanzen zu Hause passende Lebensbedingungen bieten zu können. Es gibt verschiedene Moortypen, die sich in ihrer Entstehung, Wassereinspeisung, Nährstoffversorgung und Vegetation unterscheiden. Aber wo ist der Unterschied zu einem Sumpfgebiet oder einer Feuchtwiese? Wir folgen hier der Sichtweise der Botanik, die Moore als nasse Biotope mit möglicher torfbildender Vegetation sieht.
Eine Möglichkeit Moore zu klassifizieren, ist wie das Wasser in den Moorkörper gelangt (hydrogenetische Moortypen). Denn die Basis eines funktionieren Moores ist Wasser. Das ist schnell ersichtlich: Egal was für eine Art von Moortyp wir betrachten bzw. betreten, das Gebiet ist nass bis sumpfig. Selbst kleine Tümpel oder Teiche sind für manche Moore charakteristisch.
In diesem Zusammenhang ist ebenfalls entscheidend, ob das Wasser es Kontakt mit dem Boden hat. Hier gibt es die klassische Dreiteilung in Hochmoor, Zwischenmoor und Niedermoor. Für die Freundinnen und Freunde der Moorpflanzen ist das schon eine gute Basis, um einen Eindruck für die Standorte der Arten zu bekommen. Damit kann man zu Hause passende Bodensubstrate und Lebensbedingungen für die Moorpflanzen schaffen.
Hochmoor
Sie werden auch als Regenmoore bezeichnet – was im Grunde selbsterklärend ist - denn sie beziehen ihre Feuchtigkeit ausschließlich über Niederschläge und haben keinen Kontakt zum Grundwasser. Da Regenwasser wenig Nährstoffe enthält, sind Hochmoore nähstoffarme Lebensräume. Mit solchen extremen Bedingungen kommen nur Spezialisten zurecht. Die Pflanzengesellschaften der Hochmoore sind eher artenarm und wachsen auf torfigen, sauren und nährstoffarmen Böden.
Niedermoore
Regen ist hier natürlich auch willkommen. Aber diese Moore werden vor allem vom Grundwasser oder zufließendem Wasser gespeist. Je nachdem von wo es her strömt, entstehen unterschiedliche Moortypen.
Auf dem flachen Land speist Grundwasser die Niedermoore – so können entstehen:
Verlandungsmoore:
ein Teich wächst langsam zu, Schlamm sammelt sich an, die Wassertiefe nimmt ab, die Wasserfläche wird immer kleiner bis sie ganz verschwindet
Versumpfungsmoore:
entstehen in flachen Senken, meist über undurchlässigen Böden, sie können großflächig sein, wobei schwankende Grundwasserstände nur flache Torfschichten zulassen
Kesselmoore:
ein Vulkankrater oder eine tiefe Senke ohne Zu- und Abfluss, dann können Moore mit hohen Torfschichten entstehen
Überflutungsmoore:
typisch für Küsten und Auenbereiche an großen Flüssen, wobei sich oft der Torf mit eingeschwemmten Sand und Schlick vermischt
In hügeligen und bergigen Gegenden können Hangmoore entstehen. Sie sind vom ruhenden Grundwasser unabhängig. Dafür strömt Wasser ständig von oben nach unten durch den Moorkörper.
Um sich das alles besser vorstellen zu können, werfen Sie doch einen Blick in die anschaulichen Skizzen und tollen Fotos in der Präsentation zu Moortypen und Moorrenaturierung.
Alle Niedermoor Typen werden also von Grundwasser oder Fluss- und Bachwasser gespeist. Beim Kontakt mit dem Boden nimmt es Mineralien und Nährstoffe auf. Ist der Untergrund kalkhaltig entsteht ein (hartes) Wasser mit hoher Gesamthärte. Grob verallgemeinert kann man sagen, dass Pflanzen der Niedermoore auf nährstoffreichen Böden wachsen. Je nach Einzelfall kann dieser auch kalkhaltig sein. Also ein deutlicher Gegensatz zu den nährstoffarmen, sauren Böden der Hochmoore.
Zwischenmoore (Übergangsmoore)
Überhaupt ist nicht jeder Moortyp für immer festgelegt. So kann z.B. ein Hochmoor auf einem verlandenden Niedermoor entstehen. Für einen gewissen Zeitraum entwickelt sich ein Zwischen- oder Übergangsmoor. Es wird sowohl von mineralhaltigem, nährstoffreichen Grundwasser als auch von nährstoffarmem Regenwasser beeinflusst. Dadurch entsteht eine mosaikartige Mischvegetation aus Hoch- und Niedermoorpflanzen. Eine andere Entstehungsmöglichkeit für Zwischenmoore sind benachbarte Moortypen. Im Grenzbereich kann dann ein Übergangsmoor wachsen.
Ökologische Moortypen sind eine ergänzende Beschreibung. Dabei werden Moore anhand der Vegetation typisiert. Im nährstoffarmen sauren Armmoor (Hochmoor) treten vor allem Wollgräser, Torfmoose und Zwergsträucher auf. Nimmt der Nährstoffgehalt zu, kommen je nach Ausprägung Seggen, Braunmoose und Binsen hinzu. Sie sind charakteristisch für Zwischenmoore. Großseggen, Röhrichte und Erlen prägen moosarme nährstoffreiche Reichmoore (Niedermoore).
Wo welche Moorpflanze aus unserem Shop am besten wächst, können Sie der detaillierten Artbeschreibung entnehmen. Eine schnelle Übersicht erhalten Sie über die Sortierung nach „Moortyp“ links am Seitenrand.